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Symptome & Anzeichen von Stress bei Hunden
Jeder Hund ist anders – und reagiert daher auf unterschiedliche Art und Weise auf unangenehme Situationen und Lebensumstände. Daher gibt es eine Reihe an möglichen Stresssymptomen, die auftreten können, wobei viele davon gleichzeitig in Erscheinung treten. Zu jenen, die am häufigsten vorkommen, zählen:
Bellen: Ein bellender Hund – das klingt zunächst normal. Auffälliges Heulen, Wimmern und Winseln, in Kombination mit anderen Beschwerden, kann aber auch heißen, dass dein Hund ängstlich oder gestresst ist.
Rastlosigkeit: Nervöses Hin- und Herlaufen und nicht in der Lage sein, stillzusitzen und zu entspannen – das kann ebenfalls darauf hindeuten, dass dein Hund sich unwohl fühlt. Vor allem, wenn er darüber hinaus jammert oder keucht.
Angelegte Ohren: Ein weiteres Stresssymptom: Wenn dein Hund die Ohren zurückzieht und nach hinten anlegt. Zeigt dein Vierbeiner dieses Verhalten dauerhaft, solltest du es hinterfragen.
Auffälliger Schwanz: Nicht nur auf die Ohren des Tieres musst du achten, sondern auch sein Schwanz kann ein Indikator sein. Ist dein Hund zufrieden und gesund, lässt er diesen markant wedeln. Gibt es ein Problem, klemmt er ihn zwischen den Beinen ein oder er hängt kraftlos nach unten.
Hecheln: Ob nach viel Bewegung oder bei Hitze – Hunde hecheln, um ihren Körper wieder ins Lot zu bringen. Manchmal tun sie es aber auch, wenn sie gestresst sind, denn dann steigt ihre Herzfrequenz.
Zittern: Beginnt dein Haustier aus unerklärlichem Grund zu zittern, ist es wahrscheinlich nervös oder verspürt Angst. In der Regel ist dieses Anzeichen für Stress beim Hund mit anderen markanten Symptomen verbunden.
Zerstörungswut: Dein Vierbeiner ist normalerweise gut trainiert und lässt sich leicht zähmen, jetzt zeigt er allerdings plötzlich ein destruktives Verhalten? Das könnte ebenso auf psychische Probleme hindeuten.
Appetitlosigkeit: Die meisten Hunde freuen sich täglich auf einen randvoll gefüllten Napf. Verschmäht dein Haustier allerdings von heute auf morgen sein Futter, ist dies ebenso ein Warnsignal.
Stress-Durchfall: Auch Magen-Darm-Probleme wie Durchfall oder Erbrechen können sich bei Stress bei deinem Hund bemerkbar machen. Deshalb enthalten viele Präparate, die darauf abzielen, gestresste Hunde wieder zu beruhigen, lindernde Inhaltsstoffe wie Baldrian oder Kamille.
Haarausfall: Auch dieses Anzeichen für Stress bei deinem Hund solltest du nicht auf die leichte Schulter nehmen. Übermäßiger Haarausfall ist dabei meist eine Reaktion auf eine anhaltende unbehagliche Situation wie einen Umzug.
Rote Augen: Auch wenn dein Hund plötzlich rote Augen hat, kann es sein, dass er von Stress geplagt wird. Da dieses Symptom auch an Krankheiten wie einer Bindehautentzündung gekoppelt sein kann, ist eine Abklärung ratsam.
Tropfende Nase: Wenn die Nase deines Hundes tropft, kann das auch mit Stress zusammenhängen. Vor allem ein kurzzeitiger klarer Ausfluss deutet daraufhin.
Blasenentzündung: Eine Blasenentzündung durch Stress ist bei Hunden ebenso keine Seltenheit. Denn Stress und Angst schwächen das Immunsystem und erhöhen damit die Anfälligkeit für bakterielle Infektionen.
Blut im Stuhl: Bei einem Verdacht ist es empfehlenswert, auch den Kot deines Begleiters zu untersuchen – Blut im Stuhl kann bei deinem Hund ebenso durch Stress verursacht werden und auf eine Darmentzündung hinweisen, die mit anderen Symptomen wie Durchfall oder Bauchschmerzen einhergeht.
Krampfanfall: Stress ist zwar meist nicht der alleinige Auslöser für einen Krampfanfall, kann einen solchen aber triggern.
Stresssymptome beim Hund lassen sich manchmal schwer von anderen Ursachen unterscheiden. Achte deshalb genau auf Veränderungen und beobachte, ob mehrere Anzeichen gleichzeitig auftreten.
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Anti-Stress-Tipps: So kannst du deinen gestressten Hund beruhigen
Was tun, wenn dein Hund gestresst ist? Die gute Nachricht: Du kannst ihn auf vielfältige Art unterstützen. Die folgenden Anti-Stress-Tipps helfen, deinen gestressten Hund zu beruhigen:
Ruhe bewahren: Deine Gelassenheit überträgt sich auf ihn.
Stressauslöser reduzieren: Entferne den Reiz oder verlasst gemeinsam die Situation.
Ablenkung schaffen: Ein Spaziergang, Anti-Stress-Spielzeug oder ein Snack lenken den Fokus deines Hundes um.
Entspannung ermöglichen: Sanftes Streicheln oder Bürsten kann deinen gestressten Hund beruhigen und ihm beim Stressabbau helfen – solange dein Hund das zulässt.
Natürliche Unterstützung nutzen: Homöopathie, Bachblüten und Ergänzungsfuttermittel mit Inhaltsstoffen wie Baldrian oder Kamille sowie Pheromon-Diffusoren können helfen, die innere Balance deines Hundes zu fördern. Sprich dazu am besten mit einer Tierärztin oder einem Tierarzt.

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Stress beim Hund: Ursachen
Anti-Stress-Tipps für Hunde sind das eine – noch besser ist es allerdings, wenn du der Ursache auf den Grund gehst. Zu den häufigsten Auslösern gehören:
Neue oder ungewohnte Menschen, Tiere oder Orte
Veränderungen im Alltag (Umzug, Reisen, lange Autofahrten, Menschenansammlungen etc.)
Feuerwerk und andere plötzliche Geräusche
Trennung von Bezugspersonen
Eindringen in den persönlichen Bereich
Mangel an Bewegung oder geistiger Beschäftigung
Unzureichende Sozialisierung
Schmerzen, Krankheit oder Tierarztbesuche
Angst und Stress kann bei Hunden also viele Ursachen haben. Wirkt dein Haustier plötzlich gestresst, solltest du in erster Linie überlegen, was in seiner unmittelbaren Umgebung kurz davor passiert. Hat etwa eine unbekannte Person den Raum betreten? Haben den Hund laute Geräusche erschreckt? Oder hat jemand an seinen Ohren gezogen?
Gibt es in der Zeit davor keinen offensichtlichen Auslöser, reflektiere, ob sich im Leben des Hundes in den Tagen oder Wochen davor etwas Grundlegendes verändert hat. Bist du in eine neue Wohnung gezogen? Hattest du weniger Zeit, mit dem Hund spazieren zu gehen? Haben die Nachbarn ein Baby bekommen, das frühmorgens schreit? All das könnte deinen Hund aus der Bahn geworfen haben.
Besprich dies am besten mit einem Tierarzt, um medizinische Ursachen für das Verhalten auszuschließen und die richtigen langfristigen Maßnahmen zu setzen.
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Stress vorbeugen: Was du tun kannst
Wer seinen Hund langfristig vor Stress bewahren möchte, sollte ungünstige Situationen wie diese so gut es geht vermeiden. Nicht immer ist das allerdings möglich. Dann helfen nicht nur unsere Anti-Stress-Tipps für den Ernstfall, sondern auch eine Lebensplanung mit Weitblick, die den Vierbeiner und seine Bedürfnisse bestmöglich berücksichtigt. Was du tun kannst, um Stress bei deinem Hund nachhaltig abzubauen oder erst gar nicht entstehen zu lassen:
Regelmäßige Bewegung: Spazieren, Spielen oder Training – Hauptsache, dein Hund bleibt aktiv. Dir fällt es schwer, deinem Hund genügend Bewegung zu bieten? Dann spanne einen Nachbarn ein oder frage Freunde oder Bekannte.
Sicherheit & Routine: Ein fester Rückzugsort und verlässliche Abläufe geben Orientierung. Bei einem Feuerwerk unterstützt du ihn, indem du bei ihm bleibst und dies gemeinsam mit ihm durchstehst.
Positive Erziehung: Belohne erwünschtes Verhalten, statt zu bestrafen. Ignoriere daher unerwünschte Verhaltensweisen deines Hundes und schenke ihm nur dann besondere Aufmerksamkeit, Leckerlis und Co., wenn er sich richtig verhält.
Ausgewogene Ernährung: Auch das Futter kann eine signifikante Rolle beim Stressabbau bei Hunden spielen. Achte daher auf eine nährstoffreiche Fütterung.
Sozialisierung & Abwechslung: Frühzeitiger Kontakt zu Menschen, Tieren und neuen Eindrücken erleichtert Anpassungen. So gewinnt dein Hund Vertrauen und lernt die Welt auf vielfältige Weise kennen. An Neues solltest du ihn dennoch behutsam heranführen, um ihn nicht zu überfordern.
Trennungsangst vorbeugen: Gewöhne deinen Hund behutsam daran, auch mal allein zu bleiben. Trenne dich daher immer wieder einmal räumlich von ihm und halte dich beispielsweise in einem anderen Zimmer auf. Auch kann es hilfreich sein, vor der Verabschiedung ausgiebig zu spielen oder spazieren zu gehen und danach Spielzeuge bereitzustellen, ein Kleidungsstück mit deinem Geruch auszulegen oder Musik laufen zu lassen.
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Spätfolgen & Komplikationen: Was passiert, wenn Stress beim Hund nicht ernstgenommen wird
Dauerhafter Stress kann das Wohlbefinden deines Hundes beeinträchtigen. Zu viele Stresshormone schwächen auf lange Sicht das Immunsystem und belasten Kreislauf, Verdauung und Stoffwechsel. Vielfältige Schmerzen, Krankheiten und Allergien können dann die Folge sein. Auch Verhaltensauffälligkeiten wie Gereiztheit, Unsauberkeit oder Angst können sich verfestigen. Deshalb gilt: Stresssymptome und -anzeichen beim Hund frühzeitig beachten und gemeinsam mit Fachleuten die passende Unterstützung finden.
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Fazit
Stress ist bei uns Menschen bereits zum geflügelten – oder besser gesagt entflügelnden – Wort geworden. Denn er raubt uns sprichwörtlich Energie und Lebenslust. Bei deinem Hund ist das nichts anderes. Auch Vierbeiner können unter Stress leiden. Aber du kannst viel tun, um deinem Begleiter zu helfen und ihn beim Stressabbau zu unterstützen. Beobachte ihn aufmerksam, reagiere auf erste Anzeichen und hilf ihm dabei, wieder Ruhe zu finden. Bei Unsicherheiten ziehe immer eine Tierärztin oder einen Tierarzt hinzu.
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